Prolog und Einleitung von: Den Weg in Christus finden (Buch)
- Brian Neuhöfer

- vor 1 Tag
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TEIL I – ANFANG
Prolog
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TEIL II – DER WEG
Heb dein Kreuz auf
Heiliger Geist
Hingabe
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TEIL III – BEZIEHUNG
Mutter und Vater
Beziehung
Zeit
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TEIL IV – TRANSFORMATION
Wille
Vergebung
Verantwortung
Leben
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Epilog
Prolog
Er schaut auf seine Hände – wieder sind sie durchsichtig. Er weiß, dass es dieses Mal anders ist. Keine Kopfwunde, kein Unfall. Seine Hände sehen aus wie ein Gefäß, als würden sie Licht zusammenhalten.
Sein Brustkorb zieht sich zusammen.
Wieder.
Und wieder.
Etwas will hinein.
Er öffnet die Augen, sieht das Feuer, den zersprungenen Krug – nur das Licht fehlt. Ein Blick auf seinen Brustkorb. Feuer. Weite.
Dann ein Knacken.
Das Feuer dehnt sich aus.
„Das Licht.“
Er steht in Flammen. Kein Schmerz. Tränen fließen.
„Endlich.“
„Nach sieben Jahren.“
Keiner hat mehr an den Auftrag geglaubt. Er hat gehofft. Nie aufgegeben.
Das Licht erreicht seinen Kopf. Seine Stirn brennt.
„Wieder dieser Druck.“
Er gibt nach.
Das Feuer breitet sich aus, tanzt von der Stirn zur Brust. Ein Fließen. Ein Kreisen.
„Anfang und Ende.“
Er hebt den Blick. Qualm. Asche.
Etwas streift seinen Rücken.
Wind.
Er dreht sich um.
Stille.
Dann – ein Rascheln.
Der Wald. Die Büsche bewegen sich. Er ist allein. Schweiß rinnt entlang seiner Finger.
„Ruhig. Bestimmt nur ein Tier.“
Den Blick fixiert auf den Wald.
Es kommt näher.
Langsam greift er zum Pickel.
„Ich bin bereit.“
Ein Schauer läuft über seinen Rücken. Wohlig warm.
Dann eine Stimme. Nicht von außen. Aus ihm.
Das Feuer.
„Fürchte dich nicht.“
Seine Hand lockert sich.
Der Pickel fällt zu Boden.
Der Busch öffnet sich.
Seine Augen fest.
Dann ein Zug – von hinten.
Sein Körper gibt nach. Er sackt zusammen, landet weich auf Muttererde.
Die Augen geschlossen.
Dunkelheit.
—
Ein Bild vor Augen: seine verstorbene Frau.
Still.
Nah.
Wie früher.
Ein weiteres Bild:
Sie auf einer Wiese. Ihr erster gemeinsamer Sommer. Ein Sonntag, der nicht enden darf.
Windmühlen in der Ferne. Bäume, die sich im Wind wiegen. Neben ihnen ein Bach.
Sie sind verliebt.
„Danke, Gott.“
Er bekommt nicht genug von ihr. Sie nicht von ihm.
Davor – nur Enttäuschung. Misstrauen. Leere.
Doch es wurde – langsam.
Sie heilten einander. Aneinander.
Vor ihnen eine schmale Brücke. Nur ein Weg über den Fluss.
Ein Reh kreuzt sie. Scheu, verhalten. Wie sie am Anfang ihrer Liebe.
Mit der Zeit verschwindet die Angst.
Sie bleiben.
Lernen sich kennen.
Bleiben trotzdem.
„Die Liebe hat uns geheilt.“
Wenn es schwer wurde, vergaben sie. Immer wieder.
Sie stellten die Liebe über alles.
„Die Liebe ist stark wie der Tod.“
—
Er spürt einen Sog.
Mit einem Rauschen wird er gezogen, zurück in die Gegenwart.
Kälte.
„Ich vermisse sie so sehr.“
—
Der Busch öffnet sich. Eine Gestalt kriecht hervor.
Instinktiv springt er auf.
„Ein Mensch.“
Kriechend. Verletzt.
„Er sieht ungefährlich aus.“
Layf schnappt sich trotzdem seinen Pickel.
„Ich traue niemandem.“
Keuchend hastet er den Berg hinunter. Der Boden bricht unter seinen Schritten.
Der Unbekannte stöhnt vor Schmerz.
Layfs Puls beschleunigt – noch 15 Meter.
Er stolpert den Abhang hinunter, fängt sich in letzter Sekunde und bleibt direkt vor dem Fremden stehen.
„Ich kenne diesen Mann.“
Der Fremde registriert ihn kaum.
„Er braucht Hilfe.“
Sofort kniet er sich hinunter.
„Dort oben ist mein Camp, halte durch.“
Layf schaut nach seinen Wunden.
„Keine äußeren Verletzungen.“
Layf packt seine Arme, hilft ihm aufzustehen. Ein Mann seiner Statur, kurzes braunes Haar, das Gesicht eingefallen und erschöpft.
Layf stützt ihn.
„Schnell hoch mit ihm.“
Der Fremde lässt es geschehen. Weder ein Wort noch Augenkontakt.
Stöhnend bekämpfen sie den Hügel.
„Auf die Trage.“
Er gibt ihm Wasser, versucht, mit ihm zu reden.
Keine Reaktion.
Layf beobachtet sein Gesicht.
Es verändert sich.
„Wer ist dieser Mann?“
Er ist … ungreifbar. Sein Gesicht scheint nur eine Maske zu sein, die sich von Minute zu Minute selbst austauscht.
Doch langsam kehrt Leben in diesen Körper ein.
Der Mann öffnet seine Augen, sieht Layf, schreckt panisch zurück.
„Wie ein Tier.“
Der Blick eigenartig – scheu und boshaft zugleich.
Trotzdem fürchtet Layf sich nicht.
„Ich kenne diesen Mann.“
Der Fremde keucht:
„Wer bist du?
Was willst du von mir?
Wo bin ich?“
Layf antwortet ruhig. Erzählt, was geschehen ist.
Ungläubig starrt er Layf an.
„Wieso sollte mir jemand helfen?“
Pause.
„Ich habe nur Schaden angerichtet.“
Er richtet sich auf, versucht aufzustehen, will schnellstmöglich abhauen.
Es gelingt ihm nicht. Der Körper trägt ihn nicht mehr.
„Bleib eine Nacht. Geh am Morgen“, sagt Layf.
Verwundert über sich selbst, denn der Mann strahlt eine Form von Gefahr aus – doch keine physische.
Layf kennt diesen Mann.
Irgendwoher.
Er will es nicht wissen.
„Was meint er mit ‚Schaden angerichtet‘? Ich brauche Gewissheit.“
Layf:
„Was hast du hier verloren?“
Zusammengekniffene Augen fixieren ihn.
Zu lange.
Er holt zur Antwort aus – doch Layf kennt sie bereits.
Jedes Wort davon.
Der Fremde schaut zur Seite, überblickt die Insel.
„Ich bin seit Monaten hier.“
Ein Atemzug.
„Die Welt ist ein hässlicher Ort.“
Noch einer.
„Ich wurde verraten … und …“
Sein Blick kippt.
Scham.
Dann Hass.
„Mir wurde alles genommen.“
Layf:
„Woher kenne ich diesen Mann?“
Der Fremde mustert ihn. Es umgibt ihn etwas Dunkles. Eine schwarze Wolke.
Layf hält Abstand.
„Ich habe meine Frau vor sieben Jahren verloren“, entgegnet Layf.
Der Mann zuckt.
Vor Wut schießen Tränen in seine Augen.
„Ich habe sie …“
—
Plötzlich rauscht das Feuer hinter ihnen in die Höhe.
Sie drehen sich beide um.
Für einen Augenblick sehen sie aus wie zwei kleine Jungen, die ehrfürchtig dem Tanz der Flammen beiwohnen.
Asche steigt auf.
Es ist eine kühle Spätsommernacht, umgeben von einer unberechenbaren Natur, die Layf seit sieben Jahren sein Zuhause nennt.
Ein Zuhause, das nicht nur eine Flucht von seiner Heimat war, sondern auch sein einziger Ausweg.
„Mein zweites Leben.“
Er wollte nicht mehr existieren ohne sie.
Nichts ist wie es war.
Seit jeher galt für ihn nur noch eins: der Auftrag.
Er hält ihn am Leben.
Er hat Angst vor dem, was kommt, wenn er eines Tages abgeschlossen ist.
Die Flammen tanzen weiter.
Halten sie von ihrem Gespräch ab.
Stille.
Das Feuer bindet ihre Aufmerksamkeit.
Eine der Flammen reicht mehrere Meter hoch, bis sie sich plötzlich ruckartig zusammenzieht.
Das Feuer verdichtet sich zu einer Form …
die zu einer …
„Ist das ein Mensch?“
… Gestalt wird.
Durchsichtig.
Umgeben von Feuer.
Layf, der Fremde und die Gestalt ergeben ein perfektes Dreieck.
„Wie die Bäume, als ich den Krug fand.“
Die Gestalt spricht.
Nicht laut.
Und doch überall.
„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“
„Ich bin gekommen, um dir den Heiligen Geist zu geben.“
Das Feuer verändert sich erneut.
Eine Taube löst sich daraus.
Sie bewegt ihre Flügel.
Hebt ab.
Schießt auf Layf zu.
Trifft seine Brust.
—
Und in diesem Moment erkennt Layf den Mann auf der Trage.
Die Stimme.
Die Jahre.
Alles.
Das Feuer in ihm lodert auf.
„Es wird Zeit.“
Langsam nähert er sich dem Fremden.
Der Fremde weicht zurück.
„Komm nicht näher. Ich verliere mich.“
Doch Layf geht weiter.
Er umfasst ihn.
Lässt ihn nicht mehr los.
Der Mann bricht.
Der Fremde fleht:
„Bitte verzeih mir … vergib mir … ich kann nicht mehr.“
Es braucht keine Worte.
Der Mann verliert an Gewicht und Größe.
In Layfs Armen sinkt und schrumpft er zusammen.
Löst sich auf.
Bis nichts mehr übrig ist.
Außer ihm.
Layf.
—
Er sinkt auf die Knie.
Sein Herz schlägt anders.
Freier.
Ganz.
„Danke … danke … danke.“
Ein Blick zur Gestalt.
Frieden.
Tiefer als alles zuvor.
„Bitte vergib mir.“
Die Antwort kommt sofort:
„Ich vergebe dir.“
Pause.
„Deine Suche ist beendet. Es ist vollbracht.“
Das Feuer geht auf ihn über.
Ganz.
Es erfüllt ihn.
Durchdringt ihn.
Liebe.
Nicht wie zuvor.
Mehr.
Unendlich mehr.
„Ich dachte … das ging nur mit ihr …“
Jetzt weiß er es besser.
Er ist nicht mehr leer.
Nicht mehr verloren.
Nicht mehr gebrochen.
Er ist ganz.
—
Zeit verschwindet.
Raum auch.
Nur noch Gegenwart.
Nur noch Liebe.
Alles wird eins.
—
Layf hebt den Blick.
Himmel.
Weite.
Ein Gedanke.
Eine Wahrheit:
„Meine Suche ist vorbei.“
Je mehr wir sterben, umso mehr werden wir leben.
Ich werde die Lesenden hier in der Du-Form ansprechen.
Dieser Text ist eine Fortsetzung des ersten Teils (Wer Gott findet), den du jederzeit kostenfrei lesen kannst. Entweder auf Wattpad (online oder als App) oder als .epub-Download am Ende des Blogbeitrages „Wer Gott findet“.
Der Fokus in diesem Teil bezieht sich auf die Beziehung zu Jesus Christus. Die allermeisten Menschen, die Gott und seine Werke in irgendeiner Art und Weise bewusst wahrgenommen haben, wünschen sich mehr Nähe und Verbindung zu Christus/Gott. Das ist ein natürlicher Reflex und wird die Grundaufgabe dieses Textes sein.
Ich schreibe bewusst wenig in einem modernen und psychologischen Stil, anders als ich es im ersten Teil gemacht habe.
Gottesbegegnungen können so vielschichtig, divers, leise oder laut sein, dass es keine generalisierte Form gibt, wie Menschen diese Quelle erleben. Der eine erkennt Gott in den Augen lachender Kinder, der andere beim Lesen der Schrift, wiederum andere erleben intensive Bekehrungen durch eine Begegnung mit Jesus usw. Meist erkennt man erst, wenn man die Tür geöffnet hat, wie oft man bereits gerufen wurde.
Ganz gleich wie, sie führen alle zu demselben Wunsch: näher zu kommen.
Ich bin ein Neugeborener im Glauben und darf lediglich die Kraft und Erlaubnis des Heiligen Geistes erleben, welche mich dazu bringen, diese Texte zu schreiben. Für mich ist es ein Geschenk, dass ich über dieses Thema schreiben darf. Ich gehe mit wenig Wissen in diesen Text und hoffe, dass Gott mir das Nötige gibt.
Gleichzeitig braucht es nicht noch mehr Texte über den Glauben, denn wir haben alles bekommen: die Schrift und das Bezahlen unserer Sünden durch das Leid Christi. Es ist alles vollbracht. Das Wort und die Taten Jesu sind ewig. Davon lässt sich nichts nehmen noch etwas hinzufügen. Doch Menschen verändern sich, und für viele braucht es neue Zugänge zu Christus. Ich hoffe, dazu etwas beitragen zu können.
Für alle Fragen rund um das Thema Kommunion, Kirche und Taufe bitte ich dich, an anderer Stelle zu fragen. Das ist nicht mein Auftrag. Ich respektiere die Kirche für ihren Dienst und bin sehr dankbar, dass es mutige Menschen gibt, die in diesen stürmischen Zeiten zusammenhalten und sich auf eins berufen: Jesus Christus. In diesem Text geht es nur und ausschließlich um die Beziehung zu ihm. Wie es um die Bedeutung der Sakramente steht, kann ich nicht beurteilen. Ich schreibe hier lediglich das, was im Einverständnis mit dem Heiligen Geist geschieht. Es gibt so viele unterschiedliche Abzweigungen und Brüche in den christlichen Glaubensrichtungen, dass wir oft vergessen, worum es geht: Jesus zu folgen und sein Kreuz aufzuheben.
Vielleicht gibt es unter den Lesenden auch jemanden, der keine Beziehung zu Gott hat – und es sich wünscht.
In der Bibel beginnt die Beziehung zu Gott oft genau so: Jemand kommt, ruft, hört, vertraut.
Alle, die mein Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und niemand, der zu mir kommt, wird von mir abgewiesen.
— Johannes 17,2; 17,24
Zu Jesus kommt man, indem man ihn sucht, ihm vertraut und ihm persönlich die Tür öffnet.
Sag Jesus in deinen eigenen Worten so etwas wie:
„Jesus, wenn du wirklich Gott bist, komme ich jetzt zu dir. Ich will dich nicht nur verstehen, sondern dir begegnen. Zeig mir, wer du bist. Vergib mir meine Schuld. Mach mein Herz offen. Lehre mich, dir zu vertrauen und dir zu folgen.“
Das ist kein „Zaubersatz“. Entscheidend ist Ehrlichkeit.
Einige der Kapitel werden erst Sinn ergeben, wenn das Buch „Wer Gott findet“ gelesen wurde. Als Beispiel dafür dient dieses Gleichnis, weil ich in Buch 1 gezeigt habe, an welchen Türen ich angeklopft habe – und welche davon schlussendlich beantwortet wurden.
Ein Mensch fällt ins Wasser und droht zu ertrinken.
Buddha steht am Ufer und sagt:
„Ich zeige dir den Weg, wie du ans andere Ufer gelangst.“
Konfuzius sagt:
„Wenn du die richtigen Regeln befolgst, wirst du gerettet werden.“
Muhammad sagt:
„Halte dich an Gottes Gebote, dann wirst du gerettet.“
Jesus Christus springt ins Wasser und sagt:
„Ich rette dich.“
Menschen, die eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus haben, verstehen das sofort. Für andere hingegen ist das schwer nachzuvollziehen. Ein kleines Gleichnis, doch es steckt so viel Tiefe darin. Wer Gottes Wirken bewusst erlebt hat, wird mit einem anderen Blick durchs Leben gehen. Die Wahrheit, die damit einhergeht, ist mehr als nur eine „neue Realität“. Mehr als nur ein Erkennen. Mehr als nur ein „Ich hatte eine neue Erkenntnis übers Leben“. Realitäten können sich in dem Bruchteil einer Sekunde verändern, anpassen oder zusammenbrechen. Stell dir einen Zeitstrahl vor. Unterhalb dieser Strahles liegt unsere Realität, die immer abhängig von der Zeit ist. Was wir wahrnehmen, erleben und schlussendlich denken und verknüpfen, ist gekoppelt an die Zeit, da uns mit dem Fortschreiten der Zeit neue Informationen zur Verfügung stehen. Über dem Zeitstrahl ist das, was ich Wahrheit nenne: Gott – die bedingungslose Liebe. Das ist über der Zeit und damit nicht abhängig davon, also immer da und gegenwärtig. Wer diese Wahrheit – in der Liebe – erlebt, begreift die Abhängigkeit unserer Realität von der Zeit. Und dabei erkennt man gleichzeitig die Präsenz Gottes, die keinen Einfluss von der Zeit nimmt.
Gott zu erkennen ist also mehr als nur eine Erkenntnis. Mehr als eine neue Realität.
Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
— Hebräer 13,8; Offenbarung 1,8; 1,17; 21,6
„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
— Matthäus 11,27; Johannes 10,9; Römer 5,1
„Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.“
— 1. Johannes 2,23
Wenn du weiterlesen möchtest, dann findest du das Buch kostenfrei hier als .epub Datei (nutze dafür "Bücher" auf dem iPhone und "google play books" auf Android).
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